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Die wilde Rechnerei beginnt…

Wieder recht dünn aufgestellt traten wir unsere Anfahrt nach Werder an. Dort erwarteten uns neben dem Gastgeber Werder der SFB 94 II/Nauen in der frostig kalten Havelauenhalle. Spielerinnen mit Resterkältung, Schulter, Hand und Knie stellten uns die ganze Saison über schon vor Herausforderungen. Also hieß es: schnell auf der Spielfeldhälfte zusammenraufen, Ossis Ansagen lauschen, die müden Knochen warm machen und vor allem warm bleiben!!!

Und auf auf ins erste Spiel des Tages. Unsere mit Abstand jüngste Spielerin Hannah durfte nach hartem Training während der Saison und nach langem Warten auf ihren Spielerpass das erste Mal mit uns zusammen auf dem Spielfeld stehen. Man merke ihr keinerlei Aufregung an. Sie war ausgeschlafen und heiß aufs Spielen. Der SFB 94 II/Nauen rangiert im Mittelfeld auf der Platzierungsliste der Landesliga. Trotzdem hatten wir zunächst einige Probleme souverän aufzutreten. Recht krampfig schleppten wir uns von einem Punkt zum nächsten und konnten uns nicht so recht absetzen. Zeitweise führte unser Gegner sogar mit drei Punkten, was Ossi dazu zwang, die erste und zum Glück einzige Auszeit nehmen zu müssen. Die Ansage hieß: „AUFWACHEN“ und es wirkte. Crunchtime… wir holten auf, wir überholten, wir gewannen den ersten Satz.

Der zweite Satz sah zu Beginn gar nicht mal so schlecht aus. Der Knoten schien geplatzt zu sein. Mit 5 Punkten Vorsprung konnten wir uns absetzen und der gegnerische Trainer musste die Spieler bei einem Stand von 5:10 mit seiner ersten Auszeit vom Feld holen. Nun ja, seine Strategie ging auf: Es lief bei uns nach den 30 Sekunden Pause so gar nichts mehr und der SFB 94 II/Nauen erkämpfte sich Punkt um Punkt. Also tat es ihm Ossi gleich: „Auszeit!“ Aber wir Mädels auf dem Feld entschieden, es nochmal so richtig spannend zu machen und den Satz erst bei einem Punktestand von 25:22 zu zumachen. Hey… die Anfahrt muss sich doch lohnen!

Also ab in den dritten Satz. Die gegnerische Mitte konnte wunderbare Winkelschläge sowohl von der Mitte als auch vom Hinterfeld aus. Das hatte uns die ersten beiden Sätze schon nicht ganz so gut gefallen, weil wir meistens nicht dort standen, wo der Ball der Meinung war den Boden zu berühren. Aber egal. Zu erwähnen sind an dieser Stelle Lenas Super-Aufschläge, die nun dafür gesorgt hatten, dass der SFB 94 II/Nauen offensichtlich irgendwann keine Lust mehr hatte. Vielleicht war es aber auch die Aussicht auf Naschkram in der Pause, die uns nochmal ordentlich Kraft verlieh. Letztendlich hieß es bei einem Punktestand von 25:13: „Schluss jetzt!“. Also ab auf die Matte und die Butterbrote, Salate und diverse andere Fressalien aus den Taschen geholt… Es ist Mittagszeit!



Nun konnten Ronja und Lina – etwas widerwillig - ihr geprüftes C-Lizenz-Wissen als Schiedsgericht im Spiel SFB 94 II/Nauen vs. Werderaner VV 1990 unter Beweis stellen. Wir können das alle verstehen: lieber sitzen wir am Spielfeldrand, quatschen, lachen und versorgen uns mit Schnüren und Schoko-Flöckchen… Dabei stets die Linie im Blick versteht sich. Aber Mädels: ihr wart super! Das Spiel eher nicht so… und es war auch recht zügig beendet.

Unser zweites Spiel sollte beginnen. Erster der Liga – wir ;-) – gegen den letzten der Liga -  Werder! Die müden Knochen in der noch immer kalten Halle wieder in Schwung zu bringen, empfand ich persönlich als das Schwierigste in diesem Spiel -  aber vom Feld  aus wirkt ein Spiel bekanntermaßen eh immer etwas anders ;-) Nun durfte uns unsere zweite mitgereiste Zustellerin Jule mit schönen Pässen versorgen. Direkt im ersten Spielzug sprang sie zwei Mal spektakulär nach Bällen. Wieder war es Lenas Aufschlagserie mit 7 Punkte, die uns schnell voran brachte und auch Ronja haute am Ende nochmal 7 Aufschläge raus. Schwuppdiwupp… nach 17 min war der erste Satz auch schon beendet…

Und was war denn eigentlich im zweiten Satz los? Ein Déjà-vu? Wie konnten wir Werder auf 18 Punkte ran kommen lassen? Die Antwort: Wir wissen es selber nicht. Vielleicht ist es der Fluch des zweiten Satzes, wenn man im ersten so sicher seinen Stiefel runtergespielt hat und denkt, dass der Gegner weiterhin nur Geschenke verteilt. Vielleicht lag es auch daran, dass wir zwischendurch selber etwas Probleme mit den Lullabällen der Gegner in der Verteidigung hatten und keiner wusste: „War das nun meiner?!“ Aber Rumzicken hilft nicht, bringt uns nicht weiter… Warnung an uns selbst: Sich seiner Sache nie zu sicher sein.

Der dritte Satz stand unter dem Motto: „Mit einem Luftpumpenball zum Sieg.“ Mit kurzen Bällen direkt hinter den Block konnte Werder so gar nichts anfangen, also haben wir das einfach mal ganz oft gemacht. Zum Kommentar von außen: „Sollte der so oder war der abgerutscht?“ kann ich nur sagen JA und Ansprüche an die optische Qualität unserer Punkte möchte ich allen zu diesem Zeitpunkt verbitten. Immerhin haben wir dem Grauen bei einem Punktestand von 25:5 ein Ende bereitet.

Auch wenn der Spieltag qualitativ nicht besonders hochwertig war, so haben wir weitere 6 Punkte auf den Weg zum sicheren Aufstieg erkämpft. Es gilt noch ein Spiel zu gewinnen, dann ist der Aufstieg in die Brandenburgliga in trockenen Tüchern. Das sollten wir schaffen –in Oranienburg ist es ja fast ein Heimspiel ;-)  Mädels – wir sind klasse! Natürlich haben wir die verbrannten Kalorien am Abend bei unserem Stammgriechen wieder aufgefüllt und unseren Sieg mit Ouzo und „dem grünen Zeug“ begossen.
Leider mussten wir feststellen, dass auf der bvv-online-Seite ein falsches Ergebnis eingetragen wurde (mittlerweile wurde es korrigiert): Es kamen sofort irritierte Anfragen, ob es denn wahr sei, dass wir gegen Werder 3:0 verloren hätten! Nee, nee… Aber spannend wäre es für den restlichen Verlauf der Saison – also den letzten Spieltag - ja nochmal geworden…


Von links nach rechts: Ossi, Cindy, Ronja, Steffi, Jule, Effi, Lina, Hannah, Lena, Tommy

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