Direkt zum Hauptbereich

Souverän zu sechst – Endrunde Landespokal 2015/16 in Frankfurt(Oder)

Am 30.4. stand für uns die Endrunde im Landespokal in Frankfurt(Oder) an. Wie oftmals auch zuvor schon an sonnigen Samstagen hieß es auch an diesem: Früh aufstehen und Abmarsch auf den 1 ½ stündigen Weg in die Halle nahe der Grenze zu Polen. Zum Glück hatten sich im Vorfeld genügend Mädels gefunden, so dass pünktlich ab 09:30 Uhr Sophie, Lina, Lena, Mella, Effi und Heike gemeinsam mit Trainer Ossi sowie unserem treuesten Fan Siggi das Eröffnungsprogramm und die Auslosung der Gruppen gespannt verfolgen konnten. Uns war sofort klar, dass unsere Staffel mit dem SV Energie Cottbus (letzter Regionalliga), Brandenburg I sowie dem Cottbusser Volleyballverein (6. Landesklasse Süd) kein leichter Pappenstiel werden würde.

Nach leider nur sehr kurzer Einspielzeit von 20 Min. ging es um 10:30 Uhr bereits mit dem ersten Spiel gegen den Cottbusser Volleyballverein los. Trotz der vielen umherfliegenden Bälle der Nachbarfelder, die das mit dem pünktlichen Spielbeginn nicht ganz so genau genommen hatten und der leider noch ziemlich lauten Musik, fanden wir uns schnell rein ins Spiel. Wir konnten mit konzentrierter Abwehrarbeit, gut platzierten Blöcken und effektiven Angriffen punkten. Aufschlagserien taten dann ihr übriges. Der erste Satz konnte mit 25:15 schnell eingetütet werden.
Trotz eines kleinen anfänglichen Hängers unsererseits im zweiten Satz fand der Cottbusser Volleyballverein kein richtiges Gegenmittel für uns. Nach unserem schnellem Angriffsspiel und vielen eigenen Fehlern in der Cottbusser Abwehr sowie im Angriff holten wir uns diesen Satz mit 25:12 und hatten das erste Spiel damit im Durchmarsch gewonnen.

Auf dieser Euphoriewelle schwebend und immer mit den Worten unseres Trainers im Hinterkopf („Habt Spaß und freut euch über jeden Punkt!“) starteten wir um 13:45 Uhr ins zweite Spiel gegen den SV Energie Cottbus. Dieser konnte nach einem zuvor sehr ausgegelichenen und teils mit starken Angriffen versehenen Spiel gegen Brandenburg nach 3 Sätzen einen Sieg einfahren. Die Spielerinnen schwebten also ebenfalls auf der Welle des Erfolgs. Wie sich später herausstellte, würde unsere Welle sie jedoch wie ein Tsunami (erste Welle, Rückzug, zweite Welle) überrollen. Wir konnten zunächst an die vorher gezeigte Leistung anknüpfen und heimsten uns den ersten Satz nach kämpferischer Leistung mit 25:19 ein. Der Gegner von der vorher erwähnten ersten Welle überrollt, wachte langsam auf und spielte sich auf uns ein. Abwehrprobleme und Schwächen in der Blockabsicherung unsererseits wurden durch den Gegner gnadenlos ausgenutzt. Der Satz musste trotz teils hart umkämpfter Bälle leider mit 18:25 abgegeben werden. Im Tiebreak entsannen wir uns der Worte des Trainers zu Beginn. Etwas lockerer und mit unserem wieder entdeckten Kampfgeist konnten wir nach einigen spannenden Ballwechseln den Satz mit 17:15 und somit das Spiel gegen die Mannschaft aus der Regionalliga für uns gewinnen.

Um 17:10 Uhr hieß es dann ran an unseren Lieblingsgegner aus der Landesliga: Brandenburg I. Schöne Aufschlagserien, schnelles Angriffsspiel, tolle Blockaktionen und clevere Leger unsererseits machten das Team von Trainer Matze zu Beginn des Spiels ziemlich nervös. Absprachefehler und Annahmeschwächen der Gegner konnten auch durch deren häufige Auswechselungen nicht behoben werden. Der erste Satz konnte daher mit 25:18 auf unser Konto verbucht werden. Der zweite Satz war sehr spannend und mit tollen Einzelaktionen. Auf Grund langsam schwindender Kraftreserven, Annahmefehlern sowie ein paar verschlagene Aufgaben unsererseits und dem deutlichen Vorteil des Gegners (man war mit 12 Spielerinnen angereist!) konnte der hart umkämpfte Satz am Ende jedoch leider nur mit 23:25 abgegeben werden. Im Tiebreak versuchten wir sämtliche Kräfte zu mobilisieren. Die Fanbank gab noch einmal alles. Anscheinend hatte die Ansage des gegnerischen Trainers („Entweder ihr wollt jetzt hier gewinnen oder nicht, das müsst ihr entscheiden!“) jedoch Wirkung gezeigt. Am Ende hatte Brandenburg einfach den längeren Atem und gewann mit 12:15.

Das trübte unsere Stimmung jedoch keineswegs, da wir mit unserer Leistung insgesamt super zufrieden waren. Wir waren ohne große Erwartungen in das Turnier gestartet, hatten einen freien Kopf und damit sehr viel Spaß. Das anschließende Kompliment von Matze („Ihr Schweinebacken habt uns ganz schön ins Schwitzen gebracht!“) war dann wie ein Riegel Mars nach einer zuckerfreien Woche – einfach berauschend.

Bis 19:30 Uhr (!) durften wir dann noch das letzte Spiel des Cottbusser Volleyballverein gegen den SV Energie Cottbus pfeifen. Da erstere auf Grund der bisherigen Niederlagen (gegen uns und Brandenburg) kaum noch Motivation hatten, konnten letztere leider auch viele kleine Punkte holen. Am Ende durfte der SV Energie Cottbus (man erinnere sich: Regionalligamannschaft!) mit 7 klitzekleinen Punkten Vorsprung vor uns auf den ersten Platz in der Staffel ziehen.

Insgesamt war der zweite Platz (vor Brandenburg!) ein unerwarteter großer Erfolg für uns, der unter anderem durch Effi’s gezielte Leger und das Angriffstriple, Heike’s Findung zu ihrer alten Form und damit starken Angriffen von der Mitte , Lina’s Talent den Block gezielt anzuschlagen und damit den Ball ins Aus zu befördern, Mella’s ungeahnte Qualitäten im Block, Sophie’s gezeigte Bilderbuchangriffe von der Mitte sowie Lena’s tolle Blockarbeit und Fischen der Bälle kurz vor der Bodenberührung überhaupt erst möglich geworden war. Mädels ihr könnt echt stolz auf euch sein!!!


 Von links nach rechts: Mella, Effi, Lena, Ossi, Heike, Sophie, Lina

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Wir sind eeeeein Team! … und schön!

Ein strahlend schöner Wintertag im Januar und natürlich haben wir nichts Besseres vor, als uns im altehrwürdigen Motordrom zum nächsten Punktspieltag in der Landesklasse Nord zu treffen. Abgesehen davon, dass es in dieser Halle nicht so laut wird, erwies sie sich aufgrund der großzügigeren Platzverhältnisse als weitaus kinderfreundlicher als die ebenfalls bekannte Biberhalle (Bewerbungen auf den Job als BabysitterIn bitte an den Abteilungsvorstand, Arbeitszeit circa acht Samstage pro Saison). Fachkräftemangel ist ja nun in Deutschland kein unbekannter Begriff und auch uns hat es erwischt.  Ani aalt sich noch immer in der Sonne (siehe Spielbericht vom letzten Wochenende), Anne krank,  Betti und Racine verletzt, Janine und Patti arbeitstechnisch unterwegs – da wird es schon langsam  mau. Also musste Zeisi ganz tief in die Trickkiste greifen… So sah denn unsere Mannschaft folgendermaßen aus: Effi – wie immer der Kopf der ganzen Bande und Herrin über Gut und Böse. Mella (Ma

Aus, aus, das Spiel ist aus.

Die Stimmung ist am Nullpunkt. Die Gesichter ausdruckslos. Die Blicke leer. Gelegentlich tropft eine Träne herunter. Die Schultern hängen. Irgendwo kullert langsam ein Ball über den Boden, bevor er irgendwann in einer Ecke liegenbleibt. Der informierte Leser hat erkannt: Hier kann es nur um eine Beschreibung des kommenden Saisonstarts in der Brandenburgliga gehen. Denn es fehlt eine Mannschaft, eine Mannschaft, die nicht auf dem Auf- oder Abstiegsplatz stand. Eine Mannschaft, bekannt für ihren Kampfgeist, ihre Willenskraft, ihre nachahmungswürdigen Schiedsrichterleistungen, ihre Eleganz und ihre bemerkenswerten Aufwärmungschoreographien: Motor Hennigsdorf I meldet sich aus dem Spielbetrieb ab. Und das nach dem besten Saisonergebnis, das die Mannschaft je einfahren konnte: einem vierten Platz in der Brandenburgliga. Man soll halt gehen, wenn es am schönsten ist. Es zeichnete sich bereits in der vergangenen Saison ab. Wir waren zu wenig Spielerinnen, um Ausfälle aufgrun

Knappe Besetzung = knappe Spielkünste? Von wegen!

Einer für alle – alle für einen E in aufregender Spieltag gegen die Landesligisten Werderaner VV und VC Fortuna Kyritz stand an. Die Hinfahrt - man könnte beinahe von einer Hinreise sprechen, da die Fahrtzeit 1:15 h betrug - wurde am 22.02. früh morgens angetreten. Dementsprechend waren die meisten von uns noch ziemlich müde, aber trotzdem gut gelaunt, als wir durch kuriose Ortschaften wie Dabergotz, Kerzlin oder Bückwitz fuhren und auch einen Blick auf die Dosse erhaschen konnten. Man sollte vielleicht noch erwähnen, dass sich die geringe Besetzung unseres Teams in den letzten Wochen nicht gerade verbessert hatte. Somit bestand das angereiste Team aus unserem Trainer Zeisi, Edel‑Fan Norbert und uns 7 Spielerinnen, unter denen sich keine feste Passspielerin befand. Zugegeben waren das nicht die allerbesten Voraussetzungen, aber wir gingen den Spieltag unvoreingenommen und motiviert an. Also hieß es nach Ankunft im nördlichsten Standort der Landesliga, im abgelegenen Kyr