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Pünktchen hier, Pünktchen da



Nach zwei Heimspielen zum Saisonauftakt hatten wir nun endlich die Freude, quer durch Brandenburg zu fahren, um unsere Spiele gegen den USV Potsdam II und den Gastgeber 1. VC Herzberg zu bestreiten.
Und so begaben wir uns bereits früh am Morgen - wer will am Wochenende schon ausschlafen - in die knapp 150 km entfernte Metropole Herzberg (Elster).

Als sich alle neun Spielerinnen und beide Trainer in der kühlen Halle eingefunden hatten, ging es an die Erwärmung. Dank der von Lena zusammengestellten Tortur wurde es uns trotz der niedrigen Temperaturen allmählich warm.


Kapitän Sophie hatte uns das Aufschlagrecht besorgt und wir starteten motiviert in unser erstes Match gegen die zweite Mannschaft von USV Potsdam, bei der uns einige bekannte Gesichter mit Hennigsdorfer Vergangenheit gegenüber standen.
Doch trotz großer Vorfreude und Motivation verschliefen wir den Start komplett. So war Trainer Ossi gleich zu Beginn gezwungen, eine taktische Auszeit zu nehmen (0:5).
Vor allem unsere Probleme in der Annahme erlaubten keinen guten Spielaufbau. Zudem machten wir uns durch viele einfache Fehler das Leben selbst schwer.
Gegen Mitte des Satzes konnten wir so langsam unser Spielniveau heben, mehr Druck im Aufschlag erzeugen und unsere Block- Feldabwehr entschärfte zunehmend die Angriffe des Gegners. Doch das Aufbäumen kam zu spät - trotz der Aufschlagserien von Sophie und Nicky gaben wir den Satz mit 21:25 ab.

Im zweiten Satz wollten wir den Schwung der letzten Punkte mitnehmen und wacher auftreten.
Durch eine deutliche Leistungssteigerung blieb der Satz zunächst sehr ausgeglichen. Doch so allmählich lief der Motor der Hennigsdorferinnen, Bälle wurden erkämpft, gutes Auge im Angriff bewiesen und Ballwechsel konzentriert zu Ende gespielt. So erarbeiteten wir uns eine 6 Punkte Führung. Der Spannung wegen ließen wir Potsdam zwar noch einmal auf einen Punkt heran kommen, doch ein Ass von Sophie im richtigen Moment bescherte uns den Satzball. Dieser wurde viel umjubelt zum Satzgewinn (25:21) verwandelt.

Dank mehr Mumm im Aufschlag und weiterhin konzentrierter Aktionen wurde der Gegner im dritten Satz überrollt. Alle waren wach, heiß auf jeden Ball und die konstant gute Annahme ermöglichte ein variables Angriffspiel. In diesem Satz zeigten wir endlich unsere Normalform. Die Potsdamerinnen war wahrscheinlich völlig überrumpelt von unserer plötzlich so starken Vorstellung und konnten uns trotz zweier Auszeiten und Spielerwechsel nicht stoppen. Wir gewannen den Satz deutlich mit 25:12.

Man sollte meinen, dass man an diese Leistung einfach anknüpft und den 3:1 Sieg eintütet. Tja, falsch gedacht. Es gab leider fast eine Kopie des ersten Satzes zu bestaunen. Plötzlich schienen wir verunsichert zu sein, war der vorangegangene Satz zu leicht zu gewinnen gewesen? Ossi nahm unsere erste Auszeit beim Stand von 1:8 und rüttelte alle noch einmal wach. Danach spielten wir deutlich besser, rannten aber immer noch dem 7 Punkte Rückstand hinterher. Eine Aufschlagserie von Sophie zwang  den Gegner beim Stand von 14:16 zur Auszeit. Den verbliebenen Rückstand konnten wir jedoch nicht mehr einholen und verloren mit 21:25.

Irgendwie wollen wir immer alles voll auskosten, heißt also das dritte aufeinander folgende 5 Satzspiel. Nach ausgeglichenem Beginn wechselten wir mit einem 2 Punkte Rückstand die Seiten (6:8). Durch unermüdlichen Kampf konnten wir zum Satzende wieder ausgleichen (13:13). Doch nach einem eiskalten Zuspielertrick von Anne, der zum 14 beide führte, beendeten wir den Satz mit zwei Fehlern und verloren das Spiel gegen USV Potsdam II mit 2:3 (21:25, 25:21, 25:12, 21:25, 14:16).





Auch im dritten Tiebreak der Saison verlassen wir als Verlierer das Feld. Leider hat uns in der entscheidenden Phase ein wenig der Mut gefehlt.

Nun hieß es abhaken, runter kommen und im darauf folgenden Spiel den Gegner analysieren.
Die Tribüne der schönen großen Dreifeldhalle hatte sich am Ende unserer Partie stetig gefüllt, die Stereoanlage lief jetzt und das Heimteam wurde vom Hallensprecher begrüßt. Insgesamt war die Aufmachung eines Bundesligisten würdig.
Scheinbar hatten wir die Potsdamerinnen in unserem 5 Satz Krimi so müde gespielt, dass ihnen die nötige Frische fehlte oder sie ließen sich von der Kulisse beeindrucken. So produzierten sie deutlich mehr Eigenfehler als noch im ersten Spiel, wodurch sich der Gastgeber 1. VC Herzberg mit 3:0 (27:25/ 27:25/ 25:18) durchsetzte.

Jetzt durften wir unser Glück versuchen. Also auf ein Neues, gut erwärmen und heiß werden auf das Spiel. An dieser Stelle einen großen Dank an Lina und Sophie, die sich um das Erwärmungsprogramm gekümmert haben.

Kapitän und Losfee Sophie bescherte uns auch in diesem Spiel den Aufschlag. Fokussiert und voller Siegeswille startete die Begegnung gegen den Gastgeber. Wir ließen uns durch die Kulisse nicht verunsichern und brachten die Trommel der Heimfans schnell zum verstummen. Durch eine konzentrierte und kämpferisch starke Leistung bauten wir unsere Führung kontinuierlich bis auf 6 Punkte aus. Doch plötzlich schlichen sich wieder Unkonzentriertheiten ein und lud den Gegner zum Punkten ein oder wir  verschenkten die Zähler gleich durch mehrere Fehlaufschläge. Dies führte dazu, dass Herzberg zum 21:21 ausgleichen konnte. Unglaublich aber war, wir mussten diesen schon sicher geglaubten Satz noch mit 23:25 abgeben.

Der zweite und dritte Satz liefen fast identisch ab.
Wir machten uns durch eine Häufung von Eigenfehlern das Leben selbst schwer und konnten nur phasenweise das eigene Niveau erreichen. Dadurch liefen wir einem ständig wachsendem Rückstand hinterher. Am Ende der Sätze, als wir kaum noch etwas zu verlieren hatten, ließen wir unsere Stärken noch einmal aufblitzen, kämpften um jeden Ball und behielten auch im Angriff die Übersicht. Jedoch kam der Aufschwung zu spät und so war dies nur Ergebniskosmetik.
Zu allem Überfluss verletzte sich Stephie bei einer Kollision mit der eigenen Mitspielern und konnte nicht weiter spielen - schnelle Genesung an dieser Stelle!
Am Ende siegt der Gastgeber 1. VC Herzberg verdient, da er unsere Schwächen eiskalt ausgenutzt hat und wir unser Spielniveau zu selten gezeigt haben.


Warum wir derzeit solche Leistungsschwankungen zeigen und unsere Chancen nicht verwerten können, ist schwer erklärbar.
In den kommenden zwei Wochen werden wir versuchen, diese Schwäche irgendwie auszumerzen.
Am 03.11. gehen wir in Bad Saarow auf Punktejagd. Dort treten wir neben den Gastgeber auch gegen 1. VC Wildau an, gegen die wir uns den einzigen Sieg der Saison sichern konnten.

Vielen Dank an Edelfan Tom und Norbert, dass ihr die weite Fahrt auf euch genommen habt und uns unterstützt habt!

Es spielten: Anne, Franzi, Hannah, Lina, Nicky, Nicole, Ronja, Sophie, Stephie

Es coachten: Ossi, Thommy

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