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Spieltag Daheim – Harte Angriffe können wir ab, eine Gummiwand nicht


Nach einer längeren Pause von vier Wochen startete der Spieltag in der Biberhalle bei Nieselregen und Nebel. Dementsprechend eisig fühlte sich die Luft in der Halle an.

Das erste Spiel bestritten die Gäste gegeneinander, Werder gegen Potsdam IV. Potsdam zeigte dabei eindrucksvoll, wie wenig man vom Einspielverhalten einer Mannschaft auf das nachfolgende Spiel schließen durfte. Während sie die Bälle beim Einspielen (quasi unter Laborbedingungen) einen nach dem anderen ins gegnerische Feld pfefferten, wehte im ersten Satz eher ein laues Lüftchen. Werder dagegen entpuppte sich als klassische Gummiwand, die den anfangs noch schlafenden Potsdamern jeden Ball kräftig zurückspielten. Im zweiten und dritten Satz erwachte Potsdam aus dem Winterschlaf und packte die Angriffe vom Einspielen wieder aus, sodass sie diese Sätze für sich entschieden. Die Mädels aus Werder kratzten im vierten Satz noch mal alles an Kraft zusammen, rutschten über den Boden um jeden noch so unmöglichen Ball zu retten und schafften es, die schwache Annahmeleistung der Potsdamer für sich zu nutzen. Sie retteten sich in einen fünften Satz, den sie dann aber an Potsdam abgaben.

Danach ging es mit uns weiter. Wir starteten mit guter Leistung in den ersten Satz und schafften es, gegen Werder unseren Stiefel runterzuspielen. Wir versenkten viele Angriffe auf der langen Diagonalen und kamen gut mit dem Werderaner Block zurecht. Wir dominierten das Spiel und gewannen den ersten Satz. So konnte es weiter gehen!!!

Leider hielt dieses Spielglück nicht an, denn Werder begann, sich auf unser Spiel einzustellen. Sie bekamen die langen Angriffsschläge in der Verteidigung, während unsere Annahme und Abwehr immer schlechter wurde und auch der Angriff kaum Möglichkeiten hatte, Punkte zu versenken. Wir spielten fast nur über außen und Mitte, sodass sich der Werderaner Block fröhlich im mittleren Feld ballte und sehr viele unserer Bälle entweder runterholte oder uns zwang, am Block vorbei auf die wartende Verteidigungslinie zu schlagen. Viele Punkte sammelte Werder durch Angriffe über Kopf, die unser Block regelmäßig nicht aufhalten konnte. Den zweiten Satz gaben wir daher leider ab.

Auch im dritten und vierten Satz lief es, liebevoll gesagt, überhaupt nicht. Gefühlt ging jede dritte Aufgabe ins Netz, die Abwehr stand viel zu weit vorne im Dreimeterraum, Dankebälle wurden nicht sauber nach vorne gebracht und auch in der Absprache vorne gab es zum Teil arge Schwierigkeiten. Im Angriff gab es nur wenig zu holen, denn Werder kämpfte weiterhin um jeden Punkt und schaffte es am Ende, mit einem zweiten Sieg an diesem Tag nach Hause zu fahren.

Als letztes Spiel dieses Tages war Potsdam IV gegen uns angesetzt. Wir wussten von Anfang an: Die sind größer als wir, haben eine super Athletik und schlagen im Zweifelsfall einfach über uns rüber. Im Klartext: Wir durften sie gar nicht erst zum Angriff kommen lassen, sonst konnten wir es auch gleich sein lassen und uns mit einer Familienpackung Schoko-Eis auf der Couch verkriechen.

Also war unsere Strategie, sie mit starken Aufgaben unter Druck zu setzen und darauf zu achten, möglichst oft die sehr junge Libera auf der Potsdamer Seite anzuspielen. Die Idee war an sich nicht verkehrt, leider hatte unsere Abwehr wie im ersten Spiel große Schwierigkeiten. Gerade etwas länger geschlagene Bälle auf die Fünf brachen uns das Genick. So war leider weder ein Blumentopf noch ein Satz zu gewinnen, sodass wir den ersten an Potsdam abgaben.
Im zweiten Satz platzte nach einigen Startschwierigkeiten bei uns ein Knoten. Die Verteidigung stand zum großen Teil und unsere Angreifer schmissen den Turbo an. Alle waren sich einig: Wir würden heute nicht mit zwei Niederlagen nach Hause gehen und damit basta! Die Potsdamer Annahme brach ein, Bälle wurden direkt zu uns zurückgespielt und von unseren Angreifern gnadenlos drüben versenkt. Auch die Aufgaben schlugen plötzlich mit Karacho im gegnerischen Feld ein und gruben Potsdam nachhaltig das Wasser ab, sodass unser Plan, sie nicht mehr ordentlich in den Angriff kommen zu lassen, doch noch aufging. Ab dem dritten Satz stand auch unsere Verteidigung wie eine Eins und – was soll man sagen – es lief. Nur zum Ende des vierten Satzes wurde es noch einmal knapp, als wir das lange-Leine-kurze-Leine Prinzip etwas falsch interpretierten, doch letztendlich ging noch alles gut und wir fuhren das Ding nach Hause.
Insgesamt kann man also sagen: Sobald wir rollen, rollen wir. Wenn wir den Motor-Motor nächstes Mal etwas früher anschmeißen, klappt das auch im ersten Spiel!

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